Leder und Tierschutz - Geht das?

Immer wieder stosse ich auf Kommentare in den sozialen Medien, die Lederfirmen verteufeln und als Tiermörder darstellen. Ich lehne diese Haltung vehement ab.
Als Tierliebhaber, Halter zweier Katzen und Besitzer einer kleinen Lederfirma möchte ich in diesem Blog-Beitrag gerne erläutern, warum Leder produziert wird, woher die Häute stammen und dass Tierschutz und Leder nicht zwingend widersprüchlich sind.

Im Allgemeinen lässt sich festhalten, dass die Häute ein Nebenerzeugnis aus der Nahrungsindustrie sind. Das heisst, dass der grösste Teil der Tiere geschlachtet wird, um daraus Nahrung herzustellen. Sei es für Menschen oder für Tiere wie beispielsweise Katzen oder Hunde.

Die Häute sind demnach ein Abfallprodukt aus der Nahrungsindustrie, welche sinnvollerweise zu Leder weiterverarbeitet werden. Es ist also klug, Leder zu produzieren, denn die Häute würden andernfalls im Abfall landen, da sie von der Nahrungsindustrie nicht verwendet werden können.

"HSF setzt sich dafür ein, dass nur jene Leder angeboten werden, die aus der Nahrungsmittelbranche stammen."

Warum Leder, wenn es doch auch ohne geht? So einfach ist das nicht. Bis anhin konnte trotz massiver Forschung kein vergleichbares Produkt produziert werden. Wir wissen, dass auf pflanzlicher Basis (z. B Kakteen) oder aus synthetischen Stoffen ein Lederimitat hergestellt werden kann. Doch die Eigenschaften von Leder sind einmalig und können nicht kopiert werden. Selbst in Fabriken werden heute noch Lederriemen verwendet, da kein vergleichbares Produkt existiert, das den Anforderungen entspricht. Leder besteht aus Fasern und macht das Material besonders langlebig und widerstandsfähig. 

Du kannst also mit gutem Gewissen Lederprodukte nutzen, selbst wenn Du dich für Tierschutz einsetzt.

 

Copyright Bild: Annabelle.ch - Gerberei Graber in Huttwil, Bern
Quelle: Der Gerber - Professionelle Lederherstellung (Gerhard E. Moog)

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